Pedal Power

Durch Plastikflaschen verursachter Abfall ist in vielen Regionen der Welt ein massives Problem für die Umwelt. Findet kein Recycling oder eine Weiternutzung der Flaschen statt, landen sie häufig als Müll in der Umgebung von Siedlungen, auf wilden Deponien oder auch in Flussläufen. Dabei sind Plastikflaschen jedoch auch ein Rohstoff, der als solcher weiter verwertet oder weiterverkauft werden kann. Im Rahmen unseres „Pedal Power“ Projektes wollen wir einen manuell betriebenen Schredder entwickeln, mit dem lokal Plastikgranulat hergestellt werden kann. Dieses Produkt kann z.B. für die Herstellung von Kunstfasern verwendet werden – auch die Suche nach möglichen Partnern für die Wiederverwendung des Plastiks ist Teil unseres Projektes. Während der Plastikschredder vor allem für den Bereich der sogenannten Entwicklungszusammenarbeit entwickelt wird, wollen wir unter Nutzung der gleichen Technik einen Häcksler für Gartenabfällen bauen, der in Kleingärten zum Einsatz kommen kann.

Durch die Zerkleinerung wird der Abbau der Biomasse beschleunigt und somit auch die darin enthaltenen Nährstoffe schneller verfügbar gemacht und in den lokalen Stoffkreislauf rückgeführt. Diese Anwendung kann auch in kleinbäuerlichen Betrieben, vor allem im Globalen Süden, eingesetzt werden und helfen, vorhandene lokale Ressourcen ideal zu nutzen.

Bei der Technikentwicklung orientieren wir uns an den Grundprinzipien von „Lowtech“, so dass beispielsweise Anwender*innen den Schredder ohne spezifisches Wissen nutzen können. Außerdem soll die Technologie vor Ort herstell-, bedien- und reparierbar sein; das beinhaltet u.a., dass Material und Ersatzteile auch in entlegeneren Regionen beschafft werden können. Bei der Entwicklung des Häckslers greifen wir auf gemeinschaftliche Expertise und praktische Erfahrungen zurück, nutzen bestehende „Open Source“-Bauanleitungen und entwickeln diese weiter. Der Fahrradantrieb unseres Prototypen soll auf einem Design des guatemaltekischen Centers of Bicycle Technology „Maya Pedal“ (CITE) basieren. Diese Initiative hat bereits verschiedene fahrradgetriebene Maschinen entwickelt, die in vielfältigen Anwendungsfällen erprobt sind und eingesetzt werden. Anschließend werden wir auch das von uns entwickelte Design dokumentieren, frei zugänglich machen und aktiv zur Weiterverbreitung (und bei Bedarf auch Weiterentwicklung) beitragen.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Kollektiv für angepasste Technik (KanTe) durchgeführt und durch die Heidehof Stiftung gefördert.

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