Technische Rettung

Stell dir vor, du hast einen Autounfall und bist schwer verletzt in deinem Auto eigeklemmt. Statt Rettungskräften kommen Menschen herbeigeeilt, die versuchen dich mit ihren bloßen Händen aus dem Auto zu ziehen. Statt professionelle Ausrüstung benutzen zu können, wird in der nächsten Werkstatt nach Hilfe gefragt und mit viel Glück wirst du von einem Mechaniker mit einfachsten Mitteln befreit. Keine schöne Vorstellung, aber leider Realität in großen Teilen Syriens.

Ähnliche Szenen spielen sich bei der Rettung von Verschütteten ab, die Opfer der zahlreichen, seit vier Jahren geflogenen Luftangriffe der syrischen Luftwaffe gegen die eigene Bevölkerung geworden sind. Ob durch Raketenangriffe von Kampfjets oder durch Fassbomben, die aus Hubschraubern abgeworfen werden – bei jedem Angriff sterben Zivilist*innen. Um diese und Überlebende zu bergen, haben seit 2012 in verschieden Städten Freiwillige lokale Komitees der Syrian Civil Defense Force (White Helmets) gegründet. Auch im von der kurdischen PYD kontrollierten nördlichen Teil Syriens (Rojava) wird versucht ein ziviles Rettungs- und Bergungssystem zu etablieren. Die Einsätze werden mit simpelsten Mitteln bestritten. Nicht selten werden die Freiwilligen dabei selber zur Zielscheibe weiterer Kampfhandlungen.

CADUS möchte die Menschen, die vor Ort ihr Leben riskieren um Andere zu retten, nicht alleine lassen. Ihnen fehlt es vor allem an technischer Ausrüstung und professionellem Training. Zwei Dinge, die wir anbieten wollen. Hydraulische Spreizer und Scheren gehören in Deutschland zum Standardequipment von Feuerwehren und Technischem Rettungsdienst. In Syrien fehlen sie komplett. Wir möchten  unseren lokalen Partnerstrukturen jeweils ein hydraulisches Rettungsset und eine einwöchige Trainingseinheit zukommen zu lassen. Geplant ist fünf Sets nach Syrien zu transportieren. Mit dieser Ausrüstung kann die Bergungszeit drastisch verkürzt werden, ein Umstand welcher oft zwischen Leben und Tod entscheidet.

Die ständigen Bombardements sind für viele syrische Geflüchtete der wichtigste Fluchtgrund. Da die Kriegsursachen auf absehbare Zeit weder politisch noch militärisch gelöst werden, ist praktische Unterstützung bei der Rettung dringend notwendig. Damit ist dieses Projekt ein weiterer Versuch die Fluchtursachen vor Ort zumindestens indirekt zu mildern.

Hilf uns dabei, den Menschen in Syrien mit praktischer Solidarität zur Seite zu stehen! Du kannst uns unterstützen, indem Du über unser Anliegen mit Freund*innen und Familie sprichst, es auf Twitter oder Facebook publik machst und uns mit einer Spende unterstützt.

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