Außenansicht des Krankenhauses

Gute Nachrichten aus Sere Kanyie

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass unser erstes Ausbildungsteam in Rojava die direkt an der türkischen Grenze liegende Stadt Sere Kaniye (Ras al Ain) und das dortige Krankenhaus besuchten.

Noch 2013 war die Stadt von dem sogenannten Islamischen Staat besetzt, bis sie durch die kurdische YPG/YPJ befreit wurde. Das Krankenhaus von Sere Kaniye wurde 2012 durch einen Luftangriff des Assad-Regimes zerstört und diente der Al-Nusra Front als Unterschlupf. Die ehemals 200 Betten umfassende Krankenstation konnte nur notdürftig wieder in Betrieb genommen und immerhin 30 Betten in der ehemaligen Zahnklinik hinter dem eigentlichen Krankenhaus bereitgestellt werden.

Nur sechs Ärzte und 20 Pflegekräfte waren 2014 für die 70.000 Einwohner des Einzugsbereichs zuständig, während 10 Kilometer entfernt die Kämpfe an der Front tobten. In zwei unzureichend ausgestatteten OPs wurden sämtliche Behandlungen durchgeführt, die allerdings aufgrund mangelnder Ressourcen hinter dem heutigen medizinischen Standard zurücklagen. Nach dem Umzug aus einer ehemaligen Phosphorfabrik, die als improvisierte Klinik dienen musste, waren damals ein Kreißsaal, eine rudimentär ausgestattete Notaufnahme, eine Radiologie und ein Labor eingerichtet worden.

Damals fand sich keine Wand ohne Einschusslöcher, Durchbrüche für Scharfschützen oder IS-Graffitis. Jetzt, ein Jahr später, kann unser Team in Rojava erfreuliche Nachrichten aus Sere Kanyie überbringen. Der Wiederaufbau geht in kleinen Schritten voran, das Krankenhaus wird weiter renoviert. Ein neuer OP steht kurz vor der Inbetriebnahme, was die medizinische Versorgung der Bevölkerung weiter verbessern wird. Außerdem ist geplant, die Praxen von Zahnärzten und Physiotherapeuten in das Gebäude zu integrieren, um so eine zentrale medizinische Anlaufstelle zu errichten. Aber es bleibt noch ein weiter Weg, bis die ursprünglichen Kapazitäten des Krankenhauses wieder voll hergestellt sein werden.

CADUS wird die Entwicklungen weiterhin solidarisch begleiten und nach unseren Möglichkeiten unterstützen. Für uns bleibt es weiterhin beeindruckend, wie die Menschen in Rojava ihren Alltag und den Wiederaufbau unter den Kriegsumständen organisieren.

Da ein OP aber immer nur so gut sein kann, wie das Personal, das darin arbeitet, möchten wir nochmal auf unsere Crowdfunfing Kampagne zur Finanzierung unseres medizinischen Ausbildungsprogramms hinweisen.

Mehr Infos auf: Betterplace

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